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Riesling-Wunder Heiligenstein

Von 1967 bis 2006 spannte sich der Bogen einer einmaligen Verkostung von 14 Jahrgängen der Paradelage Heiligenstein aus dem Keller von Willi Bründlmayer.


Vinaria 8/2007

"Der Langenloiser Willi Bründlmayer zählt längst zu den etablierten Top-Winzern des Landes, seine Rieslinge, aber auch zahlreiche Veltliner sowie Chardonnay, Grauburgunder und ein großartiger Jahrgangssekt repräsentieren nur einige wenige Highlights, die unter Weinkennern in aller Welt einen herausragenden Ruf genießen.

Was speziell an den Rieslingen vom Heiligenstein besticht, ist die Kombination von hoher Finesse mit einer wunderschönen sortentypischen Frucht, unterlegt von deutlich mineralischen Anklängen, die den Weinen ein unverwechselbares Gepräge verleihen. Hinzu kommt, dass die Bründlmayer´schen Gewächse über enorme Ausdruckskraft verfügen trotz ihres Körperreichtums gleichzeitig oft eine unnachahmliche Eleganz aufweisen. Heiligenstein-Rieslinge besitzen zudem ein gewaltiges Ausbaupotenzial - ein Umstand, der für viele zu den beinahe magischen Gegebenheiten dieser großen Lage zählt.

2006

Der saftige, ausgiebige Riesling bot einen prächtigen Einstieg, voll Fruchtfleisch nach gelben Früchten, frischen Birnen und Ringlotten; satt, stoffig, mit relativ geschmeidiger Textur und schönem Nachklang mit Biss; 16,5

2005 Alte Reben

Hier kommt, neben der knackigen Frucht nach grünen Pfirsichen und Ananas, auch die typische Heiligenstein-Mineralik aus dem Glas; insgesamt etwas rassiger, dafür auch kerniger und strukturierter als der Vorgänger; im Abgang noch fordernd, klingt lange nach. +16,7

2004 Lyra

Der kühle Jahrgang wartet mit kühlen Aromen nach Stachelbeeren, Zitronenkraut und grünem Steinobst auf; ein klassischer Heiligenstein-Riesling mit prononciertem Fruchtschliff und wunderschöner Finesse, wirkt trotz kräftigem Körperbau feingliedrig, grazil und bleibt dennoch lange haften. 16,9

2003 Alte Reben

Faszinierender Kontrast zum ´04er: zuerst schüchterne Nase, baut dann aber enormen Druck auf; mild, geschmeidig, streichelt den Gaumen mit molliger Textur und viel Frucht, offeriert zart herbe, tabakig-röstige Anklänge, burschikos, sehr lang, im Umbruch, viel Potenzial. +17,0

2002 Lyra

Köstlicher Aromenmix aus grünen Pfirsichen, Stachelbeeren und Mineralik pur; absolut jugendliche, frische Frucht, durchsichtig, glasklar strukturiert und voller Verve - ein Riesling zum Hineinbeißen, großartig! 18,3

2001 Alte Reben

Komplexes Aromenspiel nach reifen Weintrauben, gelben Pfirsichen, Rosinen, schon recht reif; deutlich Botrytis-geprägt, dabei von lebhaftem Säurespiel durchwoben, gut balanciert, vielschichtig, harmonisch und lang. 17,0

2000 Lyra

Eröffnet mit einem gut gefüllten Korb reifer Steinfrüchte; gleitet satt und sanft über den Gaumen, stoffig, dicht, kompakt, macht Druck und bietet dennoch ein hohes Maß an Finesse. Ein Privileg des Weines: Molligkeit und Eleganz miteinander vereinen, ohne dass eines das andere ausschließt. 17,6

1998 Lyra

Facettenreicher Duft nach süßem Brot, Dörrfrüchten, Honig, knuspriger Brotrinde, weißen Pfirsichen und süßen Trauben; alles ist simmig und sehr, sehr fein; komplexer Riesling, der das Botrytis-Jahr deutlich zeigt, gleichzeitig jedoch alles so perfekt integriert, dass das Kompliment von einem großen Wein mehr als angebracht erscheint. 18,2

1997 Lyra

Gleich zu Beginn die helle, kreidig-gesteinsmehlig anmutende Heiligenstein-Mineralik, gefolgt von bezaubernden Fruchtschattierungen nach grünen Ananas, Mirabellen und Renetten; ungemein saftig bis ans Ende, alles sitzt und passt, bietet Trinkanimo auf hohem Niveau. 17,0

1996 Alte Reben

Irgendwie erstaunlich, wie sich dieser Wein aus dem gar nicht so tollen ´96er-Jahr jung gehalten und dabei noch verfeinert hat. In der Nase dominieren Honigtöne, Blüten und Nektarinen, am Gaumen setzt sich die rassige Säure in Szene, die allerdings in reiche Extrakte eingebettet ist; langes, knackfrisches Finale. 15,5

1994 Alte Reben

Die typischen Merkmale des sonnenverwöhnten Jahrgangs sind evident: tolle Fruchtfülle von Anfang an, Pfirsiche, Grapefruits, ein Hauch Marzipan. "Jung wie gestern", merkte einer der Teilnehmer an. 17,2

1967

Ein gewaltiger Sprung, vierzig Jahre in die Vergangenheit - das allein wäre aber nicht halb so sensationell, wenn es sich dabei nicht nach heutigen Begriffen um einen Leichtwein (11%) gehandelt hätte. Feiner reifer Riesling mit Kellertouch nach Pilzen und erdigen Aromen, daneben blinzeln an Äpfel und Melisse erinnernde Fruchtelemente durch; 15,2

1971 Spätlese

Prachtvolle Fruchtsüße, ein nahezu unerschöpflicher Reigen an reifen Früchten macht sich in Nase und Gaumen breit, Marillen, Orangenblüten, Honig und süße Trauben; geradzu fette Extrakte, geschmeidig und tief; in Würde gereifter Nektar, der bis zum bezwingend langen Nachhall durchgehend zu überzeugen weiß. 18,7

1994 Auslese

Delikater Süßeschleier mit zarter Orangentönung; geschmacklich gewinnen Anklänge an Marillen und exotische Früchte die Oberhand (Ananas, Kumquats, Honigmelonen), untermalt von einer hocheleganten Fruchtsüße; jugendliches, substanzielles Riesling-Elixier der Sonderklasse. 18,1

2000 Beerenauslese

Süßes, nobles Bouquet nach gedörrten und eingelegten Früchten, auch geschmacklich von Fruchtsüße dominiert, Quittengelee, Feigen, Blütenhonig, ein Hauch von Karamell, alles bereits gut miteinander vermählt und endlos ausklingend. 16,5

2005 Beerenauslese

Wir predigen oft und gern den reifen Weinen das Wort - hier aber setzt sich die Klasse eines jungen Hochprädikats durch, das mit einem faszinierenden Süße-Säure-Spiel aufwartet und trotz reichlicher Restsüße ungemein lebendig und frisch über den Gaumen gleitet; Orangenzeste, Kiwi, Apfelspalten heißen einige der sortentypischen Nuancen eines generös bestückten, edelsüß-finessenreichen Heiligenstein-Rieslings, dessen glasklare Struktur trotz all der Süße sogar noch feinmineralische Komponenten durchschimmern lässt, hinreißender Stoff. 19,3"