2010, einer der schwierigsten Jahrgänge15. November 2010 | 15:58 2010 hat uns von Beginn an das Fürchten gelernt: begonnen hat das Weingartenjahr mit dem Ausbruch des isländischen Vulkans mit dem unaussprechlichem Namen, der den Himmel verfinsterte. Schon von Beginn an hatten wir Vegetationsrückstand, dann Regen in die Blüte, damit verbunden extrem schwacher Fruchtansatz. Mit Verspätung ging es in den Sommer, das Wetter verbesserte sich nur geringfügig. Durch den geringen Behang lagerten die Trauben trotzdem genug Zucker ein, bauten aber nur wenig Säure ab. Das waren ideale Bedingungen für den Sekt, der Säure in den Grundweinen liebt, nicht aber für vollmundige, reife Weine, insbesondere Rotweine. Ab September hörten die starken Niederschläge auf, der Boden begann langsam abzutrocknen, sodass man die Ernte einbringen konnte. Sehr kalte Nächte mit Temperaturen unter der 0°C Marke führten dann dazu, dass das Laub abfiel und es zu einem Reifeschub in den Trauben kam: Wasser evaporierte, die Säuren bauten sich ab. Die zuletzt gelesenen Weine dürften von ausgezeichneter Qualität sein – wahrscheinlich der schönste Loiser Berg, den wir je hatten! Die im Oktober gelesenen Trauben sind mittlerweile auch vergoren und können als „Staubiger“ – noch unfiltriert - verkostet werden. Um den Jungweinen in so einem Jahr die beißende Säure zu nehmen, gibt es beim Füllen in die Flaschen traditionelle Hilfsmittel, die die Säure dämpfen und deren Verwendung in den letzten Jahren beinahe vergessen wurden: der Kalk z.B., der zu hohe Säure ausfällt. Ich persönlich bin kein Freund der Kalkentsäuerung, ich bevorzuge den sogenannten „biologischen Säureabbau“, bei dem der Wein nicht gleich abgezogen wird, sondern auf der Hefe liegend, die Säure vermindert. Das Ergebnis ist nicht nur mehr Milde, sondern auch größere Geschmacksfülle und feine Würzigkeit der Veltliner. Was mir ein bisschen Leid tut ist, dass der herrliche Geschmack nach grünen Äpfeln dabei verloren geht, man kann aber nicht alles gleichzeitig haben. Der Winzer muss akzeptieren, dass die Natur die Hauptrolle beim Wein spielt, selber kann man in die Entwicklung maßvoll eingreifen, Richtschnur kann nur der persönliche Geschmack sein. Die Hauptfrage für den Winzer: welchen Wein will ich selber trinken, was möchte ich gerne meinen Freunden einschenken. |
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