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Der Jahrgang 2013

07. Jänner 2014| 09:00

Der lange Winter und regenreiche Frühling mit bester Bodenfeuchtigkeit sorgte für Frische und Würze, der sonnige, warme Sommer brachte dann auch Reife und Süße. Der Grüne Veltliner war zuvor „verrieselt“ (nur wenige Blüten wurden befruchtet und die kleinen Beeren hingen locker an der Traube, was schlecht für die Menge aber gut für die Qualität war. Ein schöner Septemberbeginn mit warmen Tagen und kühlen Nächten prägte die typischen Fruchtaromen und lockte uns in die Weingärten, um zunächst perfekte Trauben für den Sektgrundwein zu ernten. Eine große Freude, denn in den warmen Jahrgängen 2011 und 2012 waren nur wenige Trauben für Sekt von höchster Qualität geeignet.

In der Folge brachte die Westwetterlage eine Lese im „Stopp and Go“ – Modus, was die Nerven etwas strapazierte. Mitte Oktober stellte sich das Wetter ein und die Hauptlese brachte einige Entspannung mit perfekten Leichtweinen und Klassikern.

Das warme Wetter der letzten Oktobertage mit hoher Luftfeuchtigkeit bereitete doch Sorgen: der Botrytispilz drohte, einen Teil der verbliebenen Ernte zu befallen. Und die Leseteams nutzten jede geeignete Stunde, um die mittlerweile köstlichen Trauben trocken in den Keller zu bringen.

Herrliche Lesetage im November belohnten das Zuwarten in den Spitzenlagen aber höchste Konzentration und Sorgfalt war nötig, um neben edler Reife auch die Reintönigkeit der Weine zu gewährleisten. Die gesamte Ernte wurde ausschließlich mit selektiver Handlese eingebracht. Mehrfache Lesedurchgänge z.B. am Heiligenstein und die zusätzliche Arbeit am Sortierband holten im wörtlichen Sinne das Beste aus den Trauben. Die Lese zog sich bis weit in den Dezember hinein und wurde zum Abschluss noch mit herausragenden edelsüßen Qualitäten belohnt.

Es war eine lange, schwierige, eine spannende und schlussendlich sehr zufriedenstellende Erntezeit.
Die Menge mag beim Grünen Veltliner etwas zu wünschen lassen aber im Keller entwickeln sich wahrhaft beste Weine in weiß, rot und süß. Der 2013er Jahrgang wird in jedem Fall in die Memoiren eingehen. Ein schwieriges Kind mit dem Potential zum Genie – die ersten jungen Weine sind unglaublich trinkfreudige Charmeure – Vorboten eines potentiell großen Jahres!

 

  • Die ersten Flaschen sind bereits gefüllt aber das Gros der Weine gärt noch in den Fässern.