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Weinernte abgeschlossen!

10. November 2003 | 18:57

Die Weinernte 2003 ist nun erfolgreich abgeschlossen. Die Trauben wurden heuer extremen Klimabedingungen ausgesetzt: vom heißesten Sommer der Geschichte bis zum kältesten und schneereichen Oktober.

Das führte dazu, dass ich, seitdem ich in diesem Weingut arbeite, noch nie so gespannt auf das Ergebnis war, wie in diesem Jahr – das gilt vor allem für die Weine, die nach dem ersten Frost, nach dem 12. Oktober also, geerntet wurden. Der Klimaverlauf erinnert an den großen 47er Jahrgang, der Reife und Fülle, gepaart mit Frische und Struktur gebracht und zu einem langlebigen Jahrgang geführt hatte.

Die Erntemenge ist aber kleiner ausgefallen als ursprünglich erwartet: die Trauben hatten allesamt eine dicke Beerenhaut, das bedeutet weniger Saft, also weniger Ertrag. Bis zuletzt waren die Früchte sehr gesund, sehr locker und luftig gepackt. Es hatte keinen Sinn, auf Edelfäule und Süssweine zu warten.

Die Gärung der Moste erfolgt gemächlich – nicht zu schnell und nicht zu langsam, wie es sich gehört. Die ersten durchgegorenen Weine (Sektgrundwein und leichte Grüne Veltliner) haben einen sehr geradlinigen, feinen Ausdruck – ohne Schwere und Aggressivität.

Praktisch die ganze Ernte wurde äußerst schonend und mit geringem Druck in ganzen Trauben – ohne Quetschen und Einmaischen - verarbeitet. Die Gärung erfolgte kühl aber nicht kalt (bis 20°C). Für die besten Grünen Veltliner wurden wie zuletzt Fässer aus einheimischem Akazienholz verwendet – mit Fassgrößen von 300 bis 2500 Lt.

Der Chardonnay wiederum wird in neuen 300 Lt-Fässern aus feinjähriger (enge Jahresringe) einheimischer Eiche ausgebaut. Beim Riesling haben wir heuer auf die bewährte Methode der Traubenmazeration verzichtet, die in vielen Jahren verwendet wurde, um noch mehr Aromastoffe aus den Beeren zu gewinnen.

Heuer lag das Aroma bereits derart offensichtlich und kräftig zutage, dass bei weiterer Mazeration (bei der der Most länger auf den Beerenhäuten liegt) die Gefahr eines zu aufdringlichen Aromas bestanden hätte. Letzten Endes sind die Weine zum trinken und nicht für einen Verkostungsschluck bestimmt!

  • Unser Erfolgsteam: Willi Bründlmayer, Sepp Knorr, Herbert Wunderer, Thomas Klinger,