Burgunder-Ernte bei föhnigem Wetter
02. November 2004 | 11:23
Vergangene Woche war der Föhn (warmer Südwind) Gast in Langenlois. Die warme Luftströmung konnte für einige Lesetage genutzt werden und kulminierte in einen prächtigen Samstag mit Temperaturen um 20°C und Sonnenschein.
Nachdem der Herbstwind schon viele Blätter verblasen hat, ging diese Woche die Ernte zügig voran. So konnte die Ernte des Langenloiser Spiegels – Grau- und Weißburgunder und des Chardonnays abgeschlossen werden.
Außerordentlich wichtige Weingärten tragen aber weiterhin ihre Ernte in diesem riskanten Herbst: riskant deshalb, weil bereits eine erste Botrytis-Infektion im Schlepptau des Föhns stattgefunden hat. Dadurch wird ab jetzt die weitere Lese dramatisch verzögert: durch das Zerteilen jeder einzelnen Traube in infizierte und nicht-infizierte Beeren schaffen wir nur mehr ca 1/5 der Erntemenge pro Tag – verglichen mit der Erntemenge im Oktober.
Für uns und für unsere Kunden heißt es, es wird voraussichtlich wieder Auslese-, Beeren- oder Trockenbeerenauslesen vom Grüner Veltliner und Riesling geben.
Durch einsetzende Nässe am 31. Oktober wird eine kleine Lesepause eingelegt – bis wieder ein frischer, trockener Wind alles ausgetrocknet hat. Erst dann wird man mit unseren wichtigsten Lagen beginnen können: Langenloiser Berg-Vogelsang, Loiser-Berg, Käferberg, Lamm (alles Grüner Veltliner-Lagen), Steinmassel und Heiligenstein (Riesling).
Soviel kann schon gesagt werden: 2004 wird wieder wie 2003 ein Unikat, ein Zusammenspiel neuer Klimafaktoren, eine vollkommen spannende und neue Herausforderung.